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Ö1

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05.00 Uhr
Nachrichten

05.03 Uhr
Guten Morgen Österreich

06.00 Uhr
Ö1 Frühjournal

06.10 Uhr
Guten Morgen Österreich

06.56 Uhr
Gedanken für den Tag

"Der Engel der Geschichte". Anlässlich von Walter Benjamins 80. Todestag erinnert der evangelische Theologe und emeritierte Bischof Michael Bünker an den Philosophen, dessen Einfluss auf die moderne Philosophie in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts enorm war "Es gibt ein Bild von Paul Klee, das Angelus Novus heißt. Ein Engel ist darauf dargestellt, der aussieht, als wäre er im Begriff, sich von etwas zu entfernen, worauf er starrt. Seine Augen sind aufgerissen, sein Mund steht offen, und seine Flügel sind aufgespannt", schreibt der Philosoph Walter Benjamin, der das Bild 1921 von Paul Klee erworben hat. Dieser Engel hat den Philosophen 20 Jahre lang begleitet - auch ins Exil. Und er hat sein Denken geprägt. Bis hin zu einem seiner berühmtesten Texte: "Über den Begriff der Geschichte", als aus dem "Angelus Novus" der "Engel der Geschichte" wurde. Walter Benjamins Texte sind tief und bisweilen mystisch, er war ein profunder Kenner der Literatur und der Philosophie. Benjamin (1892 - 1940) war jüdischer Herkunft und musste aufgrund der Machtergreifung der Nationalsozialisten nach Frankreich ins Exil gehen. 1940 war er gezwungen, zu Fuß über die Pyrenäen nach Spanien zu flüchten, ihm wurde jedoch an der französisch-spanischen Grenze von den spanischen Grenzbeamten die Einreise verweigert, woraufhin er noch in der gleichen Nacht Suizid beging. Berühmt wurde er erst lange nach seinem Tod, in der Aufbruchsphase der 1960er-Jahre. Doch da seine Philosophie immer "zwischen den Stühlen" positioniert war, konnten vielfach weder die politischen Lager noch die mystisch-spirituellen Richtungen etwas mit ihm anfangen. Anlässlich von Walter Benjamins 80. Todestag am 26. September erinnert der evangelische Theologe und emeritierte Bischof Michael Bünker an den Philosophen, dessen Einfluss auf die moderne Philosophie in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts enorm war.

07.00 Uhr
Ö1 Morgenjournal

mit Kultur aktuell

07.33 Uhr
Guten Morgen Österreich

07.52 Uhr
Leporello

08.00 Uhr
Ö1 Journal um acht

08.20 Uhr
Pasticcio

mit Renate Burtscher. Von Rodaun bis Virgin Gorda, ein Orgelhilferuf, ein Paradoxon und berührende Worte einer Holocaust-Überlebenden. Anita Lasker-Wallfisch: "Immer wieder werde ich gefragt, wie ich es fertig bringe, trotz all dieser unfassbaren Ereignisse weiter Musik zu machen. Die Antwort ist ganz einfach. Man kann Menschen ermorden. Man kann Städte und Kunstwerke zertrümmern. Musik ist unantastbar, ganz einfach unsterblich."

08.55 Uhr
Vom Leben der Natur

Czaba Bornemisza ist Cellist bei den Wiener Philharmonikern. Er spricht über das Hören von Vogelstimmen. Teil 2: Melodien, Intervalle, Verzierungen Gestaltung: Renate Pliem Sie gehören zum "Soundtrack der Natur" wie Blätterrauschen und Wasserplätschern: Vogelstimmen begleiten den Menschen schon seit Urzeiten. In fast allen Lebensräumen bilden sie eine Klangkulisse, sie kündigen den Frühling an und beginnen den Tag. Doch wie erkennt man Vogelstimmen? Wie hört man, welche Art zu welchem Gesang, zu welchem Ruf gehört? Wie merkt man sich Vogelstimmen, erweitert sein Repertoire und hat eine "Klangbibliothek" abrufbereit? Fünf Expert/innen geben diese Woche Einblick in ihre ganz persönliche Zugangsweise zum Hören von Vogelstimmen: Sie erläutern den rhythmischen Gesang des Wiedehopfs, präsentieren die musikalische Ausdrucksweise der Sprosser, einer Schwesterart der Nachtigall. Sie nehmen uns mit auf einen nächtlichen Ausflug in den Nationalpark Donauauen, um den Eulen zu lauschen. Sie erzählen, wie sich das Lernen von Vogelstimmen im Lauf der Jahrzehnte verändert hat. Den Abschluss der Woche macht die "Königin der Nacht", die Nachtigall, die auf einer einzigartigen Aufnahme zu hören ist. Eine Sendereihe im Rahmen der Ö1 Themenwoche "Hören"

09.00 Uhr
Nachrichten

09.05 Uhr
Radiokolleg - Die Welt des Hörens

Die vielen Facetten einer Sinneswahrnehmung (2). Gestaltung: Julia Reuter Manchmal, spät am Abend im Wiener Funkhaus, kann es passieren, dass einem auf dem Weg durchs Stiegenhaus Richtung Ausgang die Klangwelten zweier Radiosender (Ö1 und Radio Wien) entgegentönen, nämlich genau an der Schwelle zwischen zweiten und erstem Stock. Die eine Klangwelle lässt David Bowie über "Heroes" singen, die andere streift einen mit Ballettmusik von Maurice Ravel. Unser Gehör ist in der Lage, beide Musikstücke in Sekundenbruchteil wahrzunehmen, zu verorten und zu entscheiden, ob es wohlklingend oder eine sogenannte Kakophonie, also Lärm, ist. Um überhaupt hören zu können, benötigen wir unsere Ohren, die in drei Bereiche unterteilt sind: das Außenohr, das Mittelohr und das Innenohr. Der Hörbereich des Menschen reicht von 20 Hertz bis 20 Kilohertz. Schallwellen mit Frequenzen unterhalb und oberhalb dieser Werte sind für den Menschen unhörbar. Sie werden als Infra- bzw. als Ultraschall bezeichnet. Im Lauf unseres Lebens nimmt das Hörvermögen kontinuierlich ab. Allerdings handelt es sich dabei nicht um eine reine Alterserscheinung. Auch junge Menschen sind mittlerweile immer mehr von Schwerhörigkeit betroffen. Schätzungen zufolge leidet in Österreich jeder Fünfte an einer Hörminderung. Betroffene warten im Schnitt sieben bis zehn Jahre, um etwas dagegen zu unternehmen. Den meisten Menschen, die unter einer Schwerhörigkeit leiden, kann mit Hörgeräten geholfen werden. Als Alternative dazu gibt es auch Hörimplantate. Gehörlose Menschen kommunizieren hauptsächlich mit Gebärdensprache. Blinde Menschen nutzen ihren Hörsinn zur Orientierung im Raum. Zum Beispiel mit der Klicksonar-Technik, eine fortgeschrittene Variante der aktiven Echoortung. Diese Methode ermöglicht Blinden, sich gut im Alltag zurecht zu finden und sogar Fahrrad zu fahren oder Klettern zu gehen. Bei der Klicksonar-Technik wird mit der Zunge geschnalzt und so eine Schallwelle produziert. Jeder Raum hat einen eigenen Ton, eine ganz spezifische Akustik. Tontechniker/innen müssen sich u.s. für Musik- oder Sprachaufnahmen sowie bei Konzertübertragungen intensive mit Räumen auseinandersetzen. Es geht darum, einen optimalen Klang für die Zuhörer/innen zu erzeugen. Ob wohltuende Klänge, Lärm, Hörproduktionen, Hörakustik, Gehörlosigkeit oder Hörtraining - das Radiokolleg beschäftigt sich diese Woche intensiv mit den vielen Facetten des Hörsinns.

09.30 Uhr
Radiokolleg - Reparatur der Zukunft

Neue Ideen mit Innovationspotentia (2). Gestaltung: Irmgard Wutscher, Stefan Niederwieser, Margit Atzler, Ilse Huber, Hannah Horsten Ö1 sucht nach dem Zukunftspotential Österreichs. Wir laden Sie ein, uns in kurzen Videoclips vorzustellen, was Sie neu und anders machen. Im Radiokolleg präsentieren wir 12 Projekte, die Impulse zur Veränderung setzen und die Zukunft im Jetzt reparieren wollen. Nehmen Sie teil am Ö1 Generationendialog über die Gesellschaft von morgen. Auf finden Sie Videos zu allen eingereichten Projekten. *Sprachlos inklusiv - Ein Stift zum Kommunizieren* Sprechen ist das Eine, verstanden werden das Andere. Manche Menschen beherrschen nicht die Sprache, weil sie fremd sind in einem neuen Land. Einige Menschen sind hör- und sehbeeinträchtigt. Sie alle zu verstehen und sich mit ihnen auszutauschen, wird nun mittels eines "Sprach-Stiftes" möglich. Der Stift übersetzt ein Wort oder eine Geste in Bilder, Symbole oder eben Fremdsprachen. Angelehnt an ein audiodigitales Spielzeug und mit Hilfe eines Buches können Menschen miteinander kommunizieren. - Gestaltung: Ilse Huber *Y-Rail / Hängebahnsystem* Y-Rail ist eine Einschienenbahn, die wie eine Gondel in der Luft fährt. Bis jetzt existiert sie nur in der Theorie und als Miniaturmodell, doch die Brüder Matthias und Michi Wotke sind überzeugt, dass ihre Erfindung die Problematik des Autoverkehrs beseitigen könnte. Der Name Y-Rail ist ebenfalls kein Zufall. Die Schienen sind in Form eines Ypsilons konzipiert. Hierdurch ist keine Weichenstellung notwendig und das Fahrzeug kann individuell selbst entscheiden ob es Links oder Rechts abbiegen möchte. Der große Vorteil des Systems liegt in dem geringen Platzverbrauch, den das Schienensystem innerhalb der Stadt einnimmt. Außerdem bezieht die Bahn den Stom direkt aus den Schienen, die sie transportieren, heraus. - Gestaltung: Hannah Horsten - Schienenzeppelin *Wiener Art Library* 6,5 Millionen Mal wurde an den Wiener Büchereien im vergangenen Jahr entlehnt. Das Angebot reicht von DVDs, Konsole-Spielen, Audio-Books oder Zeitschriften bis hin zu Sprachkursen. Wenn es allerdings nach Anna Zwingl und Eva Chytilek geht, soll diese Palette noch um die Sparte Kunst erweitert werden. Viele Werke würden in Archiven oder in Artotheken schlummern, zudem wären zahlreiche junge Künstlerinnen und Künstler froh, wenn ihre Werke außerhalb von Ateliers und Galerien zu sehen wären. Die Wiener Art Library soll es möglich machen. Wiener Büchereien sollen auch Kunst verleihen. Dann könnte man diese nicht im Museum sehen, sondern sich damit über Wochen zuhause auseinandersetzen. Über eine App soll die Wiener Art Library zudem einfach zu bedienen sein. - Gestaltung: Nikolaus Scholz - Wiener Art Library, WAL [http://helloshesaid.com/|Hello She Said]

09.45 Uhr
Radiokolleg - Eine Zeitreise mit Alice Harnoncourt

Die österreichische Pionierin der historischen Aufführungspraxis wird 90 (2). Gestaltung: Helene Breisach, Marie-Theres Himmler Hinter jedem starken Mann steht eine ebenso starke Frau - so abgedroschen das klingen mag, so sehr trifft es bei Alice Harnoncourt zu: Seit Studienzeiten war sie die Partnerin von Nikolaus Harnoncourt. Ihr ganzes Leben war und ist bis heute von Musik begleitet und durchdrungen: Sie begann früh Klavier zu spielen, bevor sie mit neun Jahren die Liebe zur Geige entdeckte. Während des Musikstudiums lernte sie Nikolaus Harnoncourt kennen. Im Jahr 1953 heirateten die beiden - im selben Jahr gründeten sie den Concentus Musicus Wien. Als eines der ersten Ensembles, die sich der historischen Aufführungspraxis verschrieben haben, leisteten sie wesentliche Pionierarbeit. Dafür mussten erst einmal die geeigneten Instrumente, Noten und Musiker gefunden werden: In Klosterbibliotheken und Archiven forschten die Harnoncourts nach historischem Notenmaterial, das sie in ungezählten Stunden handschriftlich kopierten. Auf der Suche nach originalen Instrumenten durchstöberten sie Dachböden, Kirchen, Trödlerläden und Auktionshäuser in ganz Europa. Alice Harnoncourt spielte viele Jahre auf einer Violine des Tiroler Geigenbauers Jakob Stainer, dessen Instrumente zu Bach-Zeiten auf dem ganzen Kontinent berühmt waren. 30 Jahre lang prägte Alice Harnoncourt den Concentus Musicus maßgeblich mit - als Konzertmeisterin und auch als Solistin. Aufnahmen mit ihr existieren etwa von Vivaldis "Vier Jahreszeiten" oder Bachs Brandenburgischen Konzerten. Bis 2015 war sie Mitglied des Orchesters, in den letzten Jahren noch als Geigerin am ersten Pult, an der Seite von Konzertmeister Erich Höbarth. Und auch das Familienleben der Harnoncourts, mit vier Kindern, war stets eng verwoben mit der musikalischen Arbeit der Eltern. Die historisch informierte Aufführungspraxis ist heute eine feste Größe in der klassischen Musikwelt - zahlreiche Originalklangensembles existieren neben den modernen Orchestern. Aber auch deren Spielpraxis orientiert sich stärker an historischen Vorbildern, als das vor 70 Jahren der Fall war. Heute ist nur noch schwer vorstellbar, wie sehr die ersten Originalklangensembles die damaligen Klangvorstellungen und Hörgewohnheiten durcheinandergewirbelt haben. Seit dem Tod ihres Mannes im Jahr 2016 hat Alice Harnoncourt mehrere Bücher mit Aufzeichnungen von Nikolaus Harnoncourt herausgebracht. Bis heute verwaltet sie das Archiv des Concentus Musicus. Es beherbergt zahlreiche Notizen und Partituren, die sie nach Anweisungen ihres Mannes eingerichtet hat - unschätzbare Dokumente einer künstlerischen Symbiose. Am 26. September feiert Alice Harnoncourt ihren 90. Geburtstag. Marie-Theres Himmler und Helene Breisach haben für die Musikviertelstunde mit der Jubilarin gesprochen. Außerdem kommen einige Weggefährten zu Wort - ein facettenreiches Porträt der österreichischen Musikpionierin.

09.57 Uhr
Ö1 heute

10.00 Uhr
Nachrichten

10.05 Uhr
Anklang

mit Robert Fontane Erinnerungen an die Sopranistin Josephine Barstow und den Tenor Gary Lakes Ausschnitte aus Opern von Giuseppe Verdi, Hector Berlioz, Richard Wagner u. a. Die Sopranistin Josephine Barstow feiert in diesem Monat ihren 80., der Tenor Gary Lakes seinen 70.Geburtstag. Die britische Künstlerin ist in unseren Breiten spätestens bekannt, seit sie 1986 bei den Salzburger Festspielen in der Uraufführung von Krzysztof Pendereckis Oper "Die schwarze Maske" mitgewirkt hat. Drei Jahre später war sie dort als Amelia in Verdis "Maskenball" zu erleben, in jener Produktion, die Sir Georg Solti am Pult betreut hat, nachdem Herbert von Karajan wenige Tage vor der Premiere verstorben war. Die zuvor entstandene CD-Einspielung der Oper sollte Karajans letzte Opern-Gesamtaufnahme sein und dokumentiert dessen Zusammenarbeit mit Josephine Barstow. Ein Heldentenor mit sehr charakteristischer Stimmfärbung zeichnet den U.S.-amerikanischen Sänger Gary Lakes aus, der vor allem im sogenannten "schweren Fach" seine vokalen Vorzüge ausspielen konnte. Als Siegmund in der von James Levine geleiteten Gesamtaufnahme von Wagners "Ring des Nibelungen" hat er CD-Geschichte geschrieben, aber er ist auch in Studioaufnahmen von Opern von Strauss, Weber oder Berlioz dokumentiert.

11.00 Uhr
Nachrichten

11.05 Uhr
Radiogeschichten

"So laut die Stille" von Laurence Tardieu. Aus dem Französischen von Kirsten Gleinig. Es liest Silvia Meisterle. Eine Sendung der Ö1 Themenwoche Hören. Die Anschläge auf die Redaktion von Charlie Hebdo in Paris 2015 reißen die Autorin aus dem Schreiben an einem Roman über das Haus ihrer Kindheit in Südfrankreich. Es soll verkauft werden, und sie möchte die Erinnerungen daran retten. Der Verlust des Gefühls von Sicherheit in der eigenen Lebenswelt färbt alles - auch der Verlust des großelterlichen Hauses erscheint in anderem Licht. Sich im Schreiben diesen Rückzugsort zu bewahren, der lange untrennbar mit ihrer Existenz verbunden war, wird zu einem aussichtslosen Projekt. In der Erinnerung an das unbeschwerte Leben in Nizza und im Erleben des veränderten Alltags in Paris sucht sie hellhörig nach Antworten auf die Frage, was in einer zerfallenden Welt noch standhält. Laurence Tardieu wurde 1972 in Marseille geboren und lebt mit ihrer Familie in Paris. Bereits im Alter von sechs Jahren begann sie zu schreiben und hat seit 2000 zehn Bücher veröffentlicht, vor allem autobiografisch geprägte Romane. Vor ihrem aktuellen Roman "Nous aurons été vivants" (2019) und "À la fin le silence" ("So laut die Stille", 2016) erschien auf Französisch zuletzt "Une vie à soi" bei Flammarion (2014). 2008 wurde "Puisque rien ne dure" ins Deutsche übersetzt ("Weil nichts bleibt, wie es ist"). Gestaltung: Nicole Dietrich

11.25 Uhr
Schon gehört?

Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.

11.30 Uhr
Des Cis

mit Hans Georg Nicklaus. Das Quatuor van Kuijk und Adrien La Marca (Bratsche) mit zwei großen Kammermusikwerken des reifen Mozart: seine beiden Streichquintette KV 515 516. Es sind Glanzstücke aus Mozarts Kammermusik, die das 2012 gegründete Quatuor van Kuijk aus Paris auf dieser gerade bei Alpha erschienenen CD ebenso nuanciert und technisch perfekt ausführt, wie schon auf ihrer Debut-CD die Streichquartette Mozarts oder die Werke Debussys und Ravels auf einer 2017 erschienenen Aufnahme mit französischen Werken um 1900. Für die Quintette Mozarts wird das Quatuor van Kuijk diesmal verstärkt durch den als Solist schon vielfach ausgezeichneten Bratschisten Adrien La Marca. Als das Wiener Publikum 1787 die Lust an Mozarts "Akademien" langsam verlor und auch seine am 1. Mai uraufgeführte Oper "Le Nozze di Figaro" keinen besonderen Erfolg hatte, griff Mozart, der sich nach wie vor ohne feste Stellung durchschlagen musste, zu einer erfolgversprechenden Kammermusikgattung: dem Streichquintett. Kurz zuvor hatten zwei ?Kollegen', Franz Anton Hoffmeister und Ignaz Pleye,l viel Erfolg mit dieser Gattung. Aber so banal der Anlass der zwei Streichquintette KV 515 KV 516 auch war, es entstanden Kammermusikwerke nicht nur mit monumentalen Ausmaßen, sondern besonderer Qualität: Brahms und Schubert schwärmen später von Mozarts Streichquintette, jenen aus dem Jahr 1787 sowie den beiden späteren, in den letzten beiden Lebensjahren Mozarts entstandenen Streichquintetten KV 593 und KV 614. Der Musikwissenschaftler Charles Rosen nennt sie "seine größte Leistung in der Kammermusik."

11.57 Uhr
Ö1 heute

12.00 Uhr
Ö1 Mittagsjournal

mit Nachrichten in englischer Sprache

13.00 Uhr
Punkt eins

13.55 Uhr
Wissen aktuell

14.00 Uhr
Nachrichten

14.05 Uhr
Das Ö1 Konzert

Emmanuel Tjeknavorian, Violine; Jeremias Fliedl, Violoncello; Maximilian Kromer, Klavier. Joseph Haydn: Klaviertrio G-Dur Hob. XV/25, "Zigeunertrio" * Johannes Brahms: Klaviertrio Nr. 3 c-Moll op. 101 * Ludwig van Beethoven: Klaviertrio D-Dur op. 70/1, "Geistertrio" (aufgenommen am 3. August im Congress Center Villa im Rahmen des "Carinthischen Sommers 2020"). Präsentation: Angelika Benke War es Heimweh, das Haydn veranlasste in London sein berühmtestes Trio zu schreiben? Während seines zweiten Englandaufenthaltes erschienen zwischen 1794 und 1797 die zwölf Stücke Hob. XV/18 bis 29 in London. Im schwungvollen dritten Satz des sogenannten "Zigeunertrios, à l?ongarese" überschrieben, lässt Haydn wundervoll zum Tanz aufspielen mit echten Volksliedmotiven, die dem Trio den Namen gaben. Ob es je so kunstvoll auf dem ländlichen Tanzboden zuging, wer weiß. Auch Johannes Brahms hat sich den musikalischen Dialekt aus einer Distanz angeeignet. Bei ihm, dem zugereisten Hamburger, sind die Volksmusikzitate, Csárdás- oder Ländlerklänge eine Verneigung vor der neuen Wahlheimat Wien. Sein ergreifendes, emotional aufs äußerste verdichtete Trio aus dem Sommer 1886 lässt, wie Brahms Freundin Elisabeth von Herzogenberg schrieb, "am Schluß nur einmal Mangel empfinden, weil es da aus ist und man noch mehr davon haben wollte." Ludwig van Beethoven war im Herzen der Donaumetropole längst angekommen, als er in den Sommermonaten 1808 das Trio D-Dur op. 70,1 für deine Förderin, Gräfin Marie von Erdödy, komponierte. Geigenstar Emmanuel Tjeknavorian und sein langjähriger Freund und Klavierpartner Maximilian Kromer haben sich für ihr Villacher Konzert mit dem jungen Klagenfurter Cellisten Jeremias Fliedl zum Trio vereint. Fliedl studierte bei Igor Mitrovic, Heinrich Schiff und Clemens Hagen und wurde bereits vielfach ausgezeichnet. Alle drei sind leidenschaftliche Kammermusiker. (Carinthischer Sommer)

15.30 Uhr
Moment

15.55 Uhr
Rudi! Der rasende Radiohund

Wie hörst du die Welt mit deinem Hörgerät? Im Rahmen des aktuellen Ö1-Schwerpunkts beschäftigt sich Rudi die ganze Woche mit dem Hören. Wie hören Menschen die Welt, die ein Hörgerät tragen, fragt sich der Radiohund, der ja auf seine feinen Ohren besonders stolz ist. Ein Betroffener erzählt von seinem Hörgerät, welche Geräusche und Klänge er damit gut hört und welche unangenehm sind. Und: wie er sich auch ohne Hörgerät verständigen kann. Gestaltung: Amba Botland

16.00 Uhr
Nachrichten

16.05 Uhr
Tonspuren

"Uraltes Hafengeschwätz". Walter Benjamins Passagen durch Marseille (zum 80. TT von Walter Benjamin am 26.09.2020). Feature von Johanna Tirnthal 1940, als die Deutschen Frankreich besetzen, treffen Geflüchtete aus ganz Europa in Marseille zusammen. Die deutsche Schriftstellerin Anna Seghers wartet hier auf ihre Ausreise nach Mexiko und schreibt inspiriert davon den Roman Transit, der Philosoph Walter Benjamin versucht von hier auf dem Landweg nach Spanien zu gelangen und nimmt sich im Grenzort Portbou das Leben. Von seinen letzten Tagen in der französischen Hafenstadt sind zahlreiche Anekdoten überliefert, er traf hier viele alte Bekannte: Hannah Arendt, Siegfried Kracauer und den österreichischen Schriftsteller Soma Morgenstern. Benjamin ist 1940 nicht zum ersten Mal in Marseille - auch als junger Mann hat er die französische Hafenstadt besucht. Das war 1926 und 1928, Europa wusste noch nichts von den Schrecken des Zweiten Weltkriegs. Benjamin aß Haschisch und flanierte durch die engen Gassen und über die Boulevards, beobachtete das Treiben in den Hafenkneipen. Seine Eindrücke hielt er in einem Städtebild und in Haschisch in Marseille fest. Das französische Musikerpaar "Catherine Vincent" beschäftigt sich heute mit diesen Texten, arbeitet an einem Benjamin-Album und wandelt mit einer Schulklasse auf Benjamins Spuren durch die Banlieues von Marseille. Der Videokünstler Renaud Vercey erklärt Benjamins Wege durch das Stadtzentrum. Und Erdmut Wizisla, der Leiter des Berliner Walter Benjamin Archivs, erzählt vom großen Rätsel der Benjamin-Forschung: Dem Koffer mit Texten, den Benjamin in Marseille bei sich hatte und der nach seinem Suizid verloren ging.

16.45 Uhr
Heimspiel

16.55 Uhr
Digital.Leben

17.00 Uhr
Ö1 Journal um fünf

17.09 Uhr
Kulturjournal

17.25 Uhr
Das Objekt der Begierde

Ein Sommer voller Museen in Österreich 1 Museum Angerlehner Der ehemalige Maschinenbau-Unternehmer Heinz Angerlehner aus Oberösterreich hat aus seiner ehemaligen Montagehalle in Wels Thalheim ein Museum moderner Kunst gemacht. Seit 2013 sind in der zu einem schwarzen Kubus umgebauten Halle statt technischer Anlagestraßen Skulpturen, Bilder und Grafiken untergebracht. Das Museum Angerlehner ist auf mehr als 2000 Quadratmetern Ausstellungsfläche aber nicht nur ein Ort des Sammelns allein, sondern auch ein Ort der Auseinandersetzung: Bei Workshops für Schüler und Interessierte jeglichen Alters können sich alle mit moderner Kunst ab 1950 beschäftigen. Das heutige Schaulager gab es bei der ehemaligen Firma noch nicht, erst ein geladener Architekturwettbewerb hat hier einen neuen Raum gezeitigt. Der ist bestückt mit Skulpturen und Bildern von zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern aus aller Welt. Derzeit laufen Ausstellungen von Mario Dalpra, Martin Praska, Hannah Winkelbauer und Monika Kus-Picco. +++ Gestaltung: Ilse Huber +++ Museum Angerlehner Ascheter Str. 54, 4600 Thalheim bei Wels Objekt: Skulptur "That's It" von Mario Dalpra

17.30 Uhr
Spielräume

Musik aus allen Richtungen mit Albert Hosp "In A Quiet Place", die erste CD der Serie "The Listen Project" The Listen Project ist ursprünglich eine eine TV-Serie über traditionelle oder indigene Musik aus aller Welt, die bereits seit 2010 vom Regisseur Gary Bassin gestaltet wird. "Das Listen Project war ein Film-Projekt, aber wir stellten uns von Anfang an der Herausforderung, dass allein schon der Sound makellos zu sein hatte." Ende Mai 2020 ist nun eine erste CD erschienen, "In A Quiet Place", mit 10 aus den Dokumentationen ausgewählten Tracks, von der berühmten schwedischen Sängerin Lena Willemark über das Garifuna Collective aus Belize bis zur Familie Kopatchinsky, von der wir u.a. die Geigerin Patricia Kopatchinskaja gut kennen, durchgehend also KünstlerInnen mit prominenter Diskographie. Aber die Aufnahmen des Listen Projects finden sich auf keiner ihrer CDs. Es sind intime, oft in freier Natur entstandene Momente des Musizierens.

17.55 Uhr
Betrifft: Geschichte

Feindbilder im Wandel der Zeit mit: Johannes Feichtinger und Johann Heiss, Österreichische Akademie der Wissenschaften Gestaltung: Rosemarie Burgstaller "Vorurteile und Stereotype verdichten sich bei gebotenem Anlass zu geschlossenen Feindbildern, die hohe integrative Kraft haben. Dieser Prozess lässt sich - in Krisenzeiten, im Krieg, oder zur Beförderung bestimmter politischer Absichten - beschleunigen durch Propaganda oder andere Einwirkungen auf die öffentliche Meinung," so der deutsche Historiker und Antisemitismusforscher Wolfgang Benz. Feindbilder reduzieren die Welt auf zwei Perspektive: Gut und Böse. Mit dieser Formel von "Wir" und "Ihr" tragen sie auf fatale Weise zum Aufbau und Zusammenhalt von Gemeinschaften und Gruppen bei, indem die ab- und auszugrenzende Gruppe als Bedrohung betrachtet wird. Durch Diffamierung der "Anderen" lässt sich das Bild von sich selbst idealisieren und überhöhen. Der Feindbildbegriff täuscht Beständigkeit und Stabilität vor, Feindbilder sind aber zeit- und kontextgebunden, außerdem unterliegen sie Konjunkturen.

18.00 Uhr
Ö1 Abendjournal

18.25 Uhr
Journal-Panorama

Chancen und Risiken der digitalen Identität Gestaltung: Thomas Kruchem Die Vision: Jeder Mensch soll mittels biometrischer Daten identifizierbar sein; in seiner digitalen Identität sollen persönliche Daten bis hin zu Zahlungsverkehr, Aufenthaltsorten und privaten Begegnungen zusammenlaufen. Das Versprechen: Über die manipulationssicher gespeicherten Daten soll jeder Mensch selbst verfügen; er soll nur für behördliche oder kommerzielle Zwecke erforderliche Daten freigeben. Auch Flüchtlinge und Kinder ohne Geburtsurkunde hätten so eine dokumentierte Existenz, was jetzt oft nicht der Fall ist; Internet und Alltag würden sicherer. Vorangetrieben wird die Idee von Konzernen wie Microsoft, großen Stiftungen, der US-Regierung und der EU. Kritiker/innen befürchten jedoch eine weltweite Massenüberwachung.

18.55 Uhr
Religion aktuell

19.00 Uhr
Nachrichten

19.05 Uhr
Dimensionen

Friedrich Nietzsche und der französische Existenzialismus Von Nikolaus Halmer Friedrich Nietzsche nimmt im französischen Existenzialismus auf den ersten Blick keinen wesentlichen Stellenwert ein. In den Werken von Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir finden sich wenig Hinweise auf den "Umwerter aller Werte". Auch Albert Camus hielt kritische Distanz zu Nietzsche. Zentral war für den deutschen Philosophen die Aufforderung an das Individuum, sich immer neu zu entwerfen, das Leben als Experiment zu führen und einen spezifischen Lebensstil auszubilden. Auch bei Sartre und Beauvoir soll dieses Individuum in zahlreichen Experimenten lernen, für sich selbst neue Werte zu schaffen. Das Experimentieren darf dabei nicht als wahllose Aneinanderreihung von Erlebnissen verstanden werden. Es bedarf einer Formgebung der Existenz und der Ausbildung eines Lebensstils, um die Fesseln ideologischer oder religiöser Dogmen abzustreifen. Auf einen zweiten, genaueren Blick lassen sich also doch Gemeinsamkeiten in den Denkentwürfen entdecken. Dann wird aus Nietzsches "Werde, der Du bist" Satres und de Beauvoirs Credo "Der Mensch ist das, wozu er sich macht."

19.30 Uhr
Das Ö1 Konzert

Grazer Philharmoniker, Dirigentin: Oksana Lyniv; Anna Brull, Mezzosopran; Neven Crnic, Bariton. Richard Strauss: a) Wiener Philharmoniker Fanfare; b) Metamorphosen, Studie für 23 Solostreicher; c) Ausschnitte aus der Orchestersuite aus der Musik zu Molières "Der Bürger als Edelmann"; d) "Lieben, Hassen, Hoffen, Zagen" aus der Oper "Ariadne auf Naxos"; e) Romanze und Menuett aus der Sonatine für 16 Blasinstrumente, "Aus der Werkstatt eines Invaliden"; f) "Sein wir wieder gut!"; Arie des Komponisten aus "Ariadne auf Naxos" (aufgenommen am 27. Juni im Opernhaus in Graz in Surround Sound). Präsentation: Franz Josef Kerstinger Ein Strauss zum Abschied - Dirigentin Oksana Lyniv sagt Adieu. Nach drei Jahren in Graz verabschiedet sich die Chefdirigentin des Grazer Opernhauses und der Grazer Philharmoniker, Oksana Lyniv, von dieser ihrer Wirkungsstätte, um sich als freiberufliche Dirigentin neuen künstlerischen Aufgaben und Herausforderungen zu widmen. Für ihr Konzert zum Abschied von der Oper hat die aus der Ukraine stammende Künstlerin Musik von Richard Strauss ausgewählt, die den Komponisten als genialen Meister der Miniatur, der orchestralen Finesse zeigt, der mit Expressivität und mit Esprit das Publikum sowohl zu packen aber auch zu einem Lächeln zu bringen weiß.

21.55 Uhr
Schon gehört?

Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.

22.00 Uhr
Ö1 Nachtjournal

22.08 Uhr
Radiokolleg

Die Welt des Hörens. Die vielen Facetten einer Sinneswahrnehmung (2). Gestaltung: Julia Reuter Reparatur der Zukunft. Das Casting neuer Ideen (2). Gestaltung: Team des Radiokollegs Eine Zeitreise mit Alice Harnoncourt. Die österreichische Pionierin der historischen Aufführungspraxis wird 90 (2). Gestaltung: Helene Breisach, Marie-Theres Himmler

23.00 Uhr
Nachrichten

23.03 Uhr
Zeit-Ton

Klangspuren 2020. "doppelt bejaht" von Mathias Spahlinger Mathias Spahlingers eigentlich groß besetztes "doppelt bejaht" ist im Rahmen der Klangspuren erstmals in der Fassung für Kammerensemble für achtzehn Instrumentalist/innen zu erleben. Ein Klangerlebnis auch für die Musiker/innen, denn sie werden ohne Dirigenten selbst entscheiden, welche Musik sie spielen werden. Ihnen stehen 17 Module zur Verfügung, die in verschiedenen Instrumentalkonstellationen gespielt werden können. Die Solist/innen wählen die Kombinationen und die vorgeschlagenen Übergänge frei aus. Ein Werk, das einen so gut eingespielten und flexiblen Klangkörper wie das oenm erfordert. Und ein Werk, das zeigt, wie auch eine Gesellschaft funktionieren könnte. Gestaltung: Patrizia Jilg

00.00 Uhr
Nachrichten

00.05 Uhr
Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr).

01.00 Uhr
Nachrichten

01.03 Uhr
Die Ö1 Klassiknacht

Präsentation und Musikauswahl: Beate Linke-Fischer dazw. 03:00 Uhr Nachrichten