Features

Freitag 09:05 Uhr Bayern 2

radioWissen

Der Blinddarm Wirklich nur nutzlos? Die Mandeln Besser als ihr Ruf Das Kalenderblatt 17.1.1978 "John Sinclair", Band eins der Heftserie Von Brigitte Kohn Der Blinddarm - wirklich nur nutzlos? Autorin: Birgit Magiera / Regie: Martin Trauner Wie wichtig ist eigentlich der Blinddarm? Offenbar eher unwichtig, sonst hätten nicht so viele Menschen eine kleine Narbe am Bauch und dafür einen Teil des Darmes nicht mehr - wegoperiert, rausgeschnitten, entfernt. Wobei anatomisch gut Informierte spätestens hier zu Recht einwerfen, dass wohl der Wurmfortsatz gemeint sei, der wiederum nur ein Teil des Blinddarmes ist. Wozu ist er gut? Und warum brauchen ihn Menschen in armen Ländern dringender für ihre Gesundheit als die Bürger in reichen Weltgegenden? Wie wichtig ist der Blinddarm im Zusammenspiel mit dem kompletten Verdauungssystem? Und wie oft ist es tatsächlich der berüchtigte Kirschkern, der eine Blinddarmentzündung auslöst? Neue Forschungsmethoden liefern spannende Erkenntnisse aus dem "Maschinenraum" des Körpers. Die Mandeln - besser als ihr Ruf Autorin: Claudia Steiner / Regie: Axel Wostry Mandeln gehören zum so genannten lymphatischen Rachenring. Die beiden länglichen Gaumenmandeln befinden sich rechts und links im Rachen. Die Rachenmandeln liegen am oberen Gaumen und die Zungengrundmandeln im hinteren Teil der Zunge. Dieser Rachenring ist Teil des Immunsystems. Die Mandeln, auch Tonsillen genannt, haben die Aufgabe, Viren und Bakterien abzufangen, die über den Mund in unseren Körper gelangen. Während in den 1960er und 1970er Jahren Ärzte oft schon nach wenigen Mandelentzündungen entschieden haben, dass die vermeintlich unnützen Mandeln entfernt werden müssen, sind Mediziner heute deutlich zurückhaltender mit Operationen. Zum einen, weil der Nutzen der Mandeln für die Immunabwehr nachgewiesen ist, zum anderen, weil es nach einer Mandel-Operation zu Komplikationen wie Nachblutungen kommen kann. Moderation: Yvonne Maier Redaktion: Matthias Eggert

Freitag 19:05 Uhr BR-Klassik

Das Musik-Feature

Nikolai Medtner: Der letzte russische Romantiker Ein Porträt von Julia Smilga Wiederholung am Samstag, 14.05 Uhr "Ich wurde mit einer Jahrhundertverspätung geboren, was ich daraus schließe, dass mich keine Umstände dazu bringen können, mit den gegenwärtigen Strömungen der Musik zu schwimmen." Das schrieb Nikolai Medtner über seinen Kompositionsstil. Geboren 1880 in Moskau, wuchs der Sohn eines deutschen Fabrikanten im Wohlstand auf, studierte am Moskauer Konservatorium und bildete mit Sergej Rachmaninow und Alexander Skrjabin ein Dreigestirn russischer Komponisten in Moskau. Die Ideen der Avantgarde seiner Zeit lehnte er vehement ab, stellte sich bewusst in eine Traditionslinie mit den Klassikern und Romantikern deutscher Prägung. Trotz des Konservatismus sind seine Kompositionen, größtenteils Klavierwerke, voller kühner Experimente. Allerdings war Medtners Oeuvre lange Zeit in Vergessenheit geraten, sowohl in Russland als auch in Europa. Ein Grund dafür ist sicher seine Emigration 1920 aus seiner mittlerweile kommunistisch regierten Heimat. In Stalins Russland war Nikolai Medtner als Verräter verpönt, seine Werke wurden nicht aufgeführt. Doch auch im Westen erlangte Medtner nie den großen Ruhm. Weshalb unterstützte Sergej Rachmaninow ihn heimlich sein Leben lang, welche Rolle spielte in seiner Karriere ein indischer Maharadscha und warum war Nikolai Medtner die Rückkehr nach Russland trotz mehrmaliger Versuche nie erlaubt? Julia Smilga ist in Russland und Deutschland auf die Suche nach Antworten gegangen.

Freitag 20:05 Uhr Deutschlandfunk

Das Feature

Vor, während oder nach der Apokalypse Wo stehen wir heute? Von Barbara Eisenmann Produktion: SWR/Dlf 2020 "Ihr sprecht nur davon, mit denselben schlechten Ideen weiter zu machen, die uns in dieses Chaos gebracht haben. Die einzig vernünftige Sache ist es, die Notbremse zu ziehen." An Greta Thunbergs nüchterner Feststellung arbeiten sich eine Philosophin, ein IT-Experte und ein Wissenschaftshistoriker ab. Während die Moderne noch eine Zukunft für alle entwarf und die Postmoderne eine endlose Gegenwart für jeden Einzelnen zelebrierte, haben wir es heute mit einer neuen dominierenden einzigen Zeit zu tun: der unserer eigenen Auslöschung, sagt die spanische Philosophin Marina Garcés. Vor der uns technische Lösungen nur scheinbar retten können, wie der weißrussische Kritiker des digitalen Kapitalismus, Evgeny Morozov , analysiert. "Und Sie, wo verorten Sie sich? Vor, während oder nach der Apokalypse?", fragt der französische Wissenschaftstheoretiker Bruno Latour. Die einen setzen sich theoretisch mit der Apokalypse auseinander - sie anderen sind schon draußen, auf den Straßen: "Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut." Vor, während oder nach der Apokalypse. Wo stehen wir heute?

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