Tagestipps

Samstag 18:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Feature

Reihe: Wirklichkeit im Radio Vor meinem Leben kommt meine Ehre Oder: Die Odyssee des Hasan Ö. Von Ingeborg Koch Regie: Nikolai von Koslowski Mit: Conny Wolter Ton: Peter Kainz, Wencke Decker Produktion: ORB/DeutschlandRadio Berlin 1995 Länge: 54"30 Hasan hat einen jungen Mann erschlagen, weil dieser seine Schwester verführte. Die Hintergrundgeschichte eines "Ehrenmords" wird vom Täter Hasan Ö. selbst erzählt. Der Schauplatz wechselt zwischen Berlin und dem kurdischen Teil der Türkei. Seit seiner Kindheit pendelt Hasan zwischen zwei Kulturen. Er lebte abwechselnd bei seinen Eltern in Berlin und dem fanatischen Großvater in Ostanatolien. Hier galt er als Asylbewerber, dort als "Deutschländer". Nach dem Mord am Liebhaber seiner Schwester in Berlin findet er im Gefängnis zu einem geregelten Leben. Er schließt eine Lehre als Automechaniker ab und heiratet aus dem Offenen Vollzug heraus. Doch nach seiner Haftentlassung wird er in die Türkei abgeschoben und sofort als Soldat zum Wehrdienst eingezogen. Im Anschluss verliert sich Hasans Spur. Die Familie seines Opfers hatte ihm angedroht: "Wir werden dich kriegen - egal wo du bist." Das Feature wurde 1996 mit dem CIVIS-Preis ausgezeichnet. Wir wiederholen es im Rahmen der Reihe "Wirklichkeit im Radio". Ingeborg Koch, geboren 1948 in Köthensdorf bei Chemniz, arbeitete als Regisseurin und Redakteurin beim Hörfunk, als Kulturkorrespondentin für den Deutschlandsender Kultur in Paris. Seit 1994 schreibt sie Features und produziert Hörbücher. Vor meinem Leben kommt meine Ehre

Samstag 19:05 Uhr Ö1

Tao - aus den Religionen der Welt

"Gefillte Fisch und Soja-Latte". Koscheres Essen zwischen den jüdischen Feiertagen Rosch Haschana und Jom Kippur Dass einem etwas nicht ganz koscher vorkommt, das passiert häufig. Gemeint ist damit: Ich bin skeptisch, da könnte etwas nicht ganz stimmen. Koscher hingegen ist etwas, das stimmt und taugt. Das jiddische Wort kommt vom hebräischen kaser. Zu 100% koscher geht es in den jüdischen Lokalen und Lebensmittelgeschäften Wiens zu. Sogar eine koschere Vinothek gibt es im zweiten Bezirk - die Weine entsprechen allesamt besonderen Reinheitsvorschriften und werden auch von einer nicht-jüdischen Klientel geschätzt. Worauf kommt es bei koscherer Ernährung an? Was sind ihre religiösen Hintergründe? Warum stehen Sojaprodukte so hoch im Kurs? Was lässt sich alles aus der aufblühenden jüdischen Gastro-Szene ableiten? An ethnischer Vielfalt genauso wie an gesellschaftlichen Trends ... Fragen wie diesen ist Brigitte Krautgartner im wahrsten Sinne des Wortes nachgegangen. Sie hat koschere Gerichte gekostet, die Traditionen rundherum in Erfahrung gebracht - und auch spezielle Kochtipps gesammelt. Eines steht ja fest: Am besten schmeckt das Traditionsgericht "Gefillte Fisch", wenn sie die jiddische Mame zubereitet hat - wie es zu den Feiertagen oft geschieht. Etwa zwischen dem Neujahrsfest Rosch Haschana (beginnend am Abend des 18. September) und dem Versöhnungstag Jom Kippur (beginnend am Abend des 27. September), der nach dem Mahl am Vorabend dann als Fasttag begangen wird. Wer freilich ausgehen will, zum Essen oder einfach der Geselligkeit halber, wird in TAO an diesem Samstag zwischen den hohen jüdischen Feiertagen auf eine Beisltour der koscheren Art mitgenommen.

Samstag 20:00 Uhr SRF 2 Kultur

Hörspiel

«Zauderwut» von Bettie I. Alfred Lissy zaudert. Und macht damit ihrem Mann, aber vor allem sich selbst, das Leben nicht unbedingt einfacher. Bettie I. Alfreds neuestes Hörspiel besticht durch sepiagefärbte Atmosphäre und zu Tränen rührende Komik.

Samstag 20:04 Uhr WDR3

WDR 3 Konzert

Mit Nina Heinrichs Moers Festival 2020 Das Moers Festival tat 2020, was es seit Jahren am besten kann: Improvisieren. So fand das viertägige Festival aufgrund der Corona-Bedingungen ausschließlich im Internet statt. Auf Arte Concert konnten die Zuschauerinnen und Zuschauer ein musikalisch spannendes und diverses Programm erleben. Mit einem überraschend internationalem und modernem Programm zeigte das Moers Festival über Pfingsten, das vieles geht, wenn man nur will. Den Anfang dieser Sendung mit Höhepunkten des Festivals macht die brasilianische Improvisationsmusikerin María Portugal, die in Moers mit herausragenden Kolleginnen und Kollegen wie Angelika Niescier oder Carl Ludwig Hübsch auf der Bühne stand. Mit Improvisation und musikalischer Kommunikation auf höchstem Niveau geht es dann weiter. Das Trio Grünen mit Christian Lillinger am Schlagzeug und Robert Landfermann am Bass wird ergänzt vom Pianisten Achim Kaufmann. Über ein bestimmtes Thema improvisieren dann Musikerinnen Musiker um den gebürtigen Inder und Weltbürger Rajesh Mehta. Der Schüler von Anthony Braxton brachte sein Werk mit nach Moers. Die Zeichnung eines Geistwesen, gefangen in einem käfigartigen Feld aus rotierender Lichtern bildet den Ausgangspunkt für das hochkarätig besetzte Konzert. Mariá Portugal Mariá Portugal, Schlagzeug, Electronics, Gesang; Filipe Nader, Altsaxofon; Angelika Niescier, Altsaxofon; Moritz Wesp, Posaune; Carl Ludwig Hübsch, Tuba; Reza Askari, Basssaxofon Grünen Achim Kaufmann, Piano; Robert Landfermann, Bass; Christian Lillinger, Schlagzeug Rajesh Mehta "Sky Cage" Rajesh Mehta, Trompete; Georges-Emmanuel Schneider, Violine, Electronics; Keith O"Brien, Gitarre, Electronics; Chad Popple, Schlagzeug, Tablas Aufnahmen aus der Festivalhalle

Samstag 21:05 Uhr NDR Info

Das Kriminalhörspiel

Der V-Komplex (1/4) Von Dorian Steinhoff und Tilman Strasser Musik: Sommerplatte Regie: Matthias Kapohl Mit Ricarda Seifried, Eric Klotzsch, Uwe Preuss, Pit Bukowski, Dennis Merzbach, Nelly Politt, Justus Maier, Enno Hesse u.v.m. NDR 2020 / Ursendung Sie tragen schicke Frisuren, hören Elektro, trinken Frappuccino statt Dosenbier - und trotzdem sind "Die Befreiten" eine rechtsextreme Organisation. Glaubt zumindest Sarah Krell: Die junge Verfassungsschutz-Mitarbeiterin will die Gruppe infiltrieren und so die "Neue Rechte" in ihrer verstaubten Behörde endlich zur Priorität machen. Verkabelt trickst sich die Agentin unter dem Decknamen "Katja Kolbe" bis in die Führungsetage der Nachwuchs-Nazis und findet in Lukas Wächter, dem Anführer der Sektion Hannover, einen Fürsprecher, der an ihr nicht nur als politische Freundin interessiert ist. Bald muss sich Sarah entscheiden, welche Opfer sie für ihre Überzeugung bringt. Dies sind ihre Aufnahmen... Auch als achtteilige Serie zum Download. Weitere Informationen unter ndr.de/radiokunst. 21:30 - 21:35 Uhr Nachrichten

Samstag 21:05 Uhr Bayern 2

Zeit für Bayern

Vom Waschen und Wiederaufbauen Ein mittelalterliches Badhaus zieht ins Museum Von Tanja Oppelt Häuser ziehen nicht um. Häuser bleiben, wo sie sind. Es sei denn, das Fränkische Freilandmuseum in Bad Windsheim hat seine Finger im Spiel. Dann werden vielleicht nicht Berge aber zumindest Wände, Dachstühle und Fundamente versetzt. Wir haben den Umzug eines mittelalterlichen Badhauses von Wendelstein ins Fränkische Freilandmuseum über mehrere Jahre hinweg begleitet. Jetzt bildet das stolze Fachwerkhaus einen neuen Höhepunkt im Häuserbestand des Museums: das erste historische Badhaus in einem Freilandmuseum überhaupt. Das Wendelsteiner Badhaus und die dazu gehörige Ausstellung führen vor Augen, wie sehr sich der Umgang mit der Körperhygiene verändert hat: Vom gemeinsamen Baden nach antikem Vorbild im Mittelalter, über die regelrechte Angst vor Wasser in der Barockzeit bis hin zur täglichen Dusche in den eigenen vier Wänden. Und das Haus erzählt Geschichten über einen besonderen, mittlerweile ausgestorbenen Berufstand: den Bader. Tanja Oppelt hat Sohn und Enkel eines der letzten Bader in der Fränkischen Schweiz besucht. Vom Bauernbadl zum Kaiserbad Über die Kultur der Kur in Bayern Von Hannelore Fisgus Sole, Wasser und Moor sind seit jeher die drei Säulen der klassischen Kur. Schon die alten Römer fanden Heilung und Erholung in den heißen Quellen nördlich der Alpen, zum Beispiel in Bad Gögging. Vielleicht nutzten sogar die Kelten schon heilende Wasser wie die Quelle im niederbayerischen Ast. Das 1865 gegründete Bad Ast überdauerte die Zeit allerdings nicht, genauso wenig, wie das "Kaiserbad Rosenheim" oder die sogenannten "Bauernbadl", die es vielerorts für das einfache Volk gab. Die Tradition der Kur in Bayern geht weit zurück. Die Quelle im ältesten Bad Bayerns, Bad Adelholzen, soll ein römischer Legionär entdeckt haben. Bereits 1490 wurde das Bad in Wildbad-Kreuth zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Später, unter König Max I. Joseph, kurte dort der europäische Hochadel. Dieser Glanz ist verblichen, doch das Kurwesen ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Bayern. Mit 2,4 Millionen Übernachtungen pro Jahr ist das niederbayerische Bad Füssing der beliebteste Kurort Europas. Bad Reichenhall wartet sogar mit dem einzigen sinfonischen Kurorchester Bayerns auf. Wenn die Philharmoniker zum Kurkonzert aufspielen, weht immer noch das Flair vergangener Noblesse durch das Staatsbad. Wiederholung vom 21. April 2018

Samstag 22:00 Uhr Bremen Zwei

Sounds in concert - On The Jazzy Side Of Pop / Doglance

Konzertmitschnitte vom 28. August 2020 aus dem Kulturzentrum Schlachthof, Bremen Wie gut Jazz und Pop zusammengehen, hat die Bremer Konzertreihe "On the Jazzy Side Of Pop" über Jahre gezeigt. Die gleichnamige Band, die sich in dieser Zeit formierte, führt das bewährte Konzept weiter. An den legendären Club-Abenden im Bremer Moments stand in der Regel das Werk eines Künstlers, einer Künstlerin bzw. einer Band im Mittelpunkt. Das heutige Sextett gewinnt daraus eine Art Best of-Programm, erweitert um aktuelle Ideen. Songs von Björk, Sting, Prince, Joni Mitchell, den Beatles, Tom Waits und Michael Jackson werden mit Jazzgefühl und Improvisationslust interpretiert. Selbst Vokalist Nick Gibbs, Australier mit Wohnsitz Bremen, geht elegant über den Rahmen der Vorlagen hinaus. Dabei wahrt die Gruppe, die 2012 von Pianist/Keyboarder Felix Elsner ins Leben gerufen wurde, die melodische Linie und den passenden Groove. "Smells Like Walrus in April" heißt das erste Album, das im vergangenen Jahr erschien. Der Titel verschränkt gewitzt Songs von Nirvana, den Beatles und Prince. Den Konzertabend im Kulturzentrum Schlachthof, durchgeführt unter speziellen Corona-Bedingungen, eröffnete ein außerordentliches Duo. Doglance sind Julian Fischer, Gitarren-As aus Bremen, und Nathan Ott, Top-Drummer aus Berlin. Ihre Auftritte stecken voll kalkuliertem Risiko. Mit Sinn für musikalische Abenteuer vertrauen sie auf die Inspiration des Moments. Und geben sich dem Spielfluss zwischen Jazz und Rock hin.

Samstag 22:03 Uhr SWR2

SWR2 Jazztime

Zauberer der Konzept-Alben - Erinnerungen an den Produzenten Hal Willner Von Günther Huesmann Im engeren Sinne war Hal Willner kein Musiker. Und doch hat er Großes geleistet in der Welt der Sounds. Als Produzent, mit seinen Hommage-Alben an Nino Rota, Kurt Weill oder Thelonious Monk. Willner machte dabei etwas, was in den 1980er-Jahren völlig neu war: Er lud Musiker*innen aus den unterschiedlichsten Gattungen und Genres ein und bat sie, aus ihrer ganz eigenen Sicht Stücke für diese Tribut-Alben zu interpretieren. So entstanden mit Carla Bley, Lou Reed, John Zorn und dem Kronos Quartet bahnbrechende Konzeptalben. Es sind hinreißende Plädoyers für musikalische Reife, Toleranz und Vielfalt.

Samstag 23:00 Uhr rbb Kultur

LATE NIGHT JAZZ

mit Ulf Drechsel Jazz in e. no. 23 - ""Intergalaktisches Roadmovie für die Ohren"" Musikalische Intelligenz und Unterhaltung können sehr gut Hand in Hand gehen. Das beweist das österreichische Septet SHAKE STEW um den Bassisten und Komponisten Lukas Kratzelbinder. In ungewöhnlicher Besetzung mit zwei Bassisten (außer dem Chef noch Manu Mayr), zwei Schlagzeugern (Niki Dolp, Mathias Koch), zwei Saxofonisten (Clemens Salesny, Johannes Schleiermacher) und einem Trompeter (Mario Rom) ""wehen schamanische Klangschlieren, böllern kolossale Beat-Architekturen oder fahren energietrunkene Bläserstimmen Schlagenlinien"" und werden ""großes Klangkino"", wie die Wiener Zeitung schrieb. Konzertmitschnitt vom 25. Mai 2017, Eberswalde, Paul-Wunderlich-Haus bis 00:00 Uhr

Samstag 23:03 Uhr Ö1

Die Ö1 Jazznacht

"Soundin" good!" - Klangästhetik im Jazz: Werner Angerer im Studio, Keith Jarrett/Gary Peacock/Jack DeJohnette im Blue Note, New York City Am Ö1 Schwerpunkt zum Thema "Hören" beteiligt sich auch diese Ö1 Jazznacht. Zu Gast im Studio ist der aus St. Pölten stammende Produzent und Tonmeister Werner Angerer, der für einen nicht unwesentlichen Teil der in Österreich entstandenen, rezenten Jazz-Produktionen klanglich verantwortlich zeichnet. Mit ihm spricht Xavier Plus über unterschiedliche Herangehensweisen an das Einfangen des Sounds einer Band, die Entwicklung und Auswirkungen von aufnahmetechnischen Mitteln auf die Musikproduktion der letzten hundert Jahre und was einen "guten Sound" ausmacht. Diesmal gibt es außerdem zwei Live-Mitschnitte in der Konzert-Rubrik zu hören: Zunächst eine Aufnahme vom Festival der Jazzwerkstatt Graz 2019, bei dem am 12. April letzten Jahres Saxofonist und Flötist Nils Berg mit seinem Trio "Cinemascope" gastierte. Mit Berg musizieren Christopher Cantillo (Schlagzeug) und Josef Kallerdahl (Bass), sie entführen uns in lebendige wie auch in kühle Klangwelten. Im Anschluss ein weiteres Trio, das allerdings unterschiedlicher kaum sein könnte: Eine der tontechnisch feinsten Konzertaufnahmen des Jazz dokumentiert Keith Jarretts Standards-Trio bei einer Residency im New Yorker Jazzclub Blue Note im Jahr 1994. Intimer und kompakter hat man Jarrett (Klavier), Gary Peacock (Bass) und Jack DeJohnette (Schlagzeug) selten gehört. Gestaltung: Xavier Plus

Freitag Sonntag